Freizeit

Ran ans Eingemachte!

Marmelade kochen, Obst und Gemüse einwecken oder einen Früchteaufstrich kreieren: Selber machen wird immer beliebter. Schließlich weiß man so, was drin ist, und Frische und Vitaminreichtum sind auch garantiert.

Gärten und Wochenmärkte präsentieren in diesen Monaten die Pracht der Natur: Nach Spargel, Erdbeeren und Heidelbeeren erobern frische Möhren, Kirschen, Tomaten, Mais und Himbeeren die Verkaufsstände. Das Angebot ist üppig, die Preise sind moderat. Doch was tun mit all den Gaben der Natur?

Einkochen, einmachen oder einlegen lautete die Antwort unserer Großeltern und genau das lohnt sich gleich mehrfach. Selber machen bedeutet, frische Produkte zu verwenden, keine Zusatzstoffe hineinzumengen und schonend zu konservieren. Es ist das Gegenprogramm zu den industriell verarbeiteten Lebensmitteln mit ihrem Cocktail aus Konservierungsstoffen und all jenen Zusätzen, die niemand aussprechen kann.

Genuss für das ganze Jahr

Beim Einkochen wird Obst oder Gemüse in ein spezielles Glas gefüllt, das anschließend im Wasserbad erhitzt und damit sterilisiert wird. Beim Einmachen hingegen wird Obst mit der nötigen Menge Gelierzucker in einem Topf gekocht und anschließend in saubere Gläser zum Beispiel mit Schraubverschluss gefüllt. Bei der Zubereitung können ganz nach eigenem Geschmack zusätzliche Früchte oder Kräuter hinzugegeben werden, damit leckere Marmeladen, Gelees oder Kompotte entstehen. Damit die Masse nicht schimmelt, ist Keimfreiheit der Gläser nötig. Die erreicht man durch Erhitzen im Backofen (10 Minuten bei 200 Grad) oder durch Sterilisieren in der Mikrowelle (4 Minuten bei 750 Grad).

Zum Umrühren sollte man aus Gründen der Hygiene einen Edelstahllöffel verwenden. Hineingeben kann man auch Kräuter wie Rosmarin, die dem Ganzen eine besondere Note verleihen. Ist die Masse fertig, wird sie vorsichtig in die sterilisierten Gläser gefüllt. Ein wenig Luft nach oben sollte bleiben, denn die Gläser werden zum Abkühlen auf den Kopf gestellt. Die im Glas eingeschlossene Luft erkaltet und so bildet sich ein Unterdruck. Nach zehn Minuten können die Gläser wieder umgedreht werden.

Beim Einlegen werden beispielsweise gebratene Tomaten, Zucchini, Auberginen oder Artischocken in Öl gegeben und so für drei Monate haltbar gemacht. Sechs Monate genießbar bleibt Gemüse, wenn es in Essig eingelegt wird.

Tipp

Saisonale und regionale Produkte werden am besten auf dem nächstgelegenen Wochenmarkt gekauft. Der Weg lohnt sich, denn die Händler bieten frische Qualitätsware an. Und häufig sind die Produkte nicht wesentlich teurer als im Supermarkt.

Wissenswertes

Beim Konservieren bleiben Nähr- und Vitalstoffe von Obst und Gemüse weitgehend erhalten. Beim Einkochen verringert sich lediglich der Vitamin-C- und der Beta-Carotin-Gehalt. Enthaltene Mineralstoffe gehen zum Teil in die Einkochflüssigkeit über. Obst verliert beim Einkochen bis zu 40 Prozent seines Vitamin-C-Gehalts, Gemüse bis zu 60 Prozent.

Es empfiehlt sich also, die Lebensmittel nicht länger als unbedingt notwendig zu erhitzen. Wer seinen Zuckerverbrauch reduzieren möchte, kann bei der Herstellung von Marmeladen zu einem Gelierzucker mit dem Süßungsmittel Stevia greifen.

Rezepte

Aromasalz
Ein sterilisiertes Glas zu drei Vierteln mit Ur- oder Meersalz füllen. Dann aromatische, unbehandelte Früchte wie Orangen oder Zitronen gut waschen und mit einem Sparschäler schälen. Anschließend die klein geschnittenen Schalen in das Gefäß mit dem Salz geben und gut durchschütteln. Das kräftige, frische Zitrusaroma verteilt sich gleichmäßig und nach ein paar Tagen ist das vielseitig einsetzbare Salz gebrauchsfertig. Nach dem gleichen Prinzip lässt sich auch aromatisierter Zucker herstellen. Gleich, ob gemahlener Espresso, essbarer Lavendel oder Zimt hineingegeben werden, das Ergebnis ist immer ein Aromazucker, der nicht nur in der eigenen Küche Fans findet.

Kräuteröl
Frischen Rosmarin, Thymian oder Basilikum in hochwertiges Olivenöl geben und einige Tage ziehen lassen.

Kräutersalz
Eine Handvoll Kräuter mit hochwertigem Salz im Mörser zerkleinern. Anschließend im Backofen bei 50 Grad trocknen.

Pesto
Rucola, Bärlauch oder Basilikum klein schneiden, etwas Salz, Pinienkerne und hochwertiges Olivenöl dazugeben und mit dem Pürierstab zu Pesto verarbeiten.

Brotaufstriche
Frischkäse mit geriebenem Chili, Pfeffer und Thymianhonig vermischen. Dieser Brotaufstrich hält ein paar Tage.

Sugo
Frische Tomaten mit heißem Wasser überbrühen, Haut abziehen, mit klein geschnittenem Basilikum, Knoblauch und einer Zwiebel erhitzen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Sirup
Limonensaft, Wasser und Zucker aufkochen und heiß in Flaschen abfüllen. So erhalten Sie einen Sirup, mit dem man wunderbar Mineralwasser aromatisieren kann.

Fotos: stock.adobe.com/alekseyliss; stock.adobe.com/nicemyphoto


17.06.2019

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