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Erfolgsstory: die FLÜWO-MOBIL-Vortragsreihe

Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern hat das FLÜWO-MOBIL in den vergangenen Monaten neben den regulären Terminen eine Reihe von Fachvorträgen zu den Themen „Die richtige Vorsorge“ und „Vorsicht, Falle!“ veranstaltet.

„Man denkt, man weiß schon alles über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, weil viel darüber erzählt wird. Sicherer ist es, sich, wie hier beim Vortrag, direkt bei der Betreuungsbehörde ausführlich und qualifiziert darüber zu informieren.“

Teilnehmerin beim Vortrag in Stuttgart-Freiberg

Die richtige Vorsorge

Der Vortrag zum Thema „Die richtige Vorsorge“ wurde von der Betreuungsbehörde Stuttgart begleitet. Im Mittelpunkt stand dabei die Beantwortung von Fragen wie „Wer handelt für mich, wenn ich es nicht mehr kann?“, „Vorsorge treffen mit der General- oder Vorsorgevollmacht?“ und „Brauche ich eine Patienten- und Betreuungsverfügung?“.

 

Für den Fall der Fälle: Vorsorgevollmacht und  Patientenverfügung

Keiner denkt gerne daran. Aber tritt der „Fall der Fälle“ ein und ein Unfall oder eine Krankheit führt zu einer völligen oder teilweisen Handlungsunfähigkeit, ist es wichtig, dass gewisse Dinge geregelt sind. Erwin B. ist es passiert: Von einer Sekunde auf die andere konnte er keine eigenständigen Entscheidungen mehr treffen. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung waren aber nicht automatisch seine Ehefrau oder seine Verwandten berechtigt, seine Angelegenheiten stellvertretend zu regeln. Und da Erwin B. es versäumt hatte, in guten Zeiten entsprechende Verfügungen zu treffen, musste das Betreuungsgericht im Wege eines Gerichtsverfahrens einen gesetzlichen Betreuer für ihn bestellen. Ein Szenario, das sich keiner wünscht. Umso wichtiger ist es, heute schon – in gesunden Tagen – vorsorglich zu bestimmen, wer einen später im selbst gewünschten Sinne vertreten soll.

Großes Interesse beim Vortrag zum Thema „Die richtige Vorsorge“ Anfang März in Stuttgart-Freiberg

Vorsorge treffen

 „Treffen Sie Vorsorge“ lautete der Titel des Vortrags, der Anfang März in Stuttgart-Freiberg stattfand. Michael Herzog von der Betreuungsbehörde Stuttgart informierte im WohnCafé Wallerie umfangreich über den aktuellen Stand und die Form der Patientenverfügung. Auch die unterschiedlichen Arten der Vorsorgevollmachten waren ein großes Thema bei diesem Vortrag, der allen Zuhörern einen ersten Durchblick im Formular-Dschungel ermöglichte. Dabei wurde deutlich, dass die richtigen Vollmachten, in der gültigen Form und zur richtigen Zeit getroffen, für die ordentliche Unterstützung durch die gewünschte Person die elementare Grundausstattung darstellen. Die große Zahl der Zuhörer machte die Relevanz des Themas deutlich. Die Anwesenden lauschten gespannt den Worten des Experten und stellten interessiert ihre Fragen. „Jeder sollte sich beraten lassen, denn es tut gut, sich auf der sicheren Seite zu fühlen“, schloss dieser seinen Vortrag und verwies für weitere Informationen auf die örtlichen Betreuungsbehörden, die über die Stadtverwaltung oder im Internet unter dem Stichwort „Betreuungsbehörde“ zu finden sind. „Wichtig ist es, sich in den Fällen sicher zu wissen, in denen man seinen Willen nicht mehr äußern kann“, befand auch Karin Weinmann von FLÜWO-Soziales und fügte hinzu: „Das Thema Vorsorge betrifft schließlich nicht nur ältere Menschen, sondern es geht uns alle an.“

Beim Vortrag „Vorsicht, Falle!“ gab es viele Tipps und Ratschläge

Vorsicht, Falle!

Das zweite Thema in unserer Vortragsreihe lautete „Vorsicht, Falle!“. Dabei ging es um die Beantwortung der Frage „Wie können Sie sich und Ihre Familie besser vor Straftaten schützen?“. Unterstützt durch speziell ausgebildete Mitarbeiter der Polizeidienststellen haben wir von April bis Juni dieses Jahres in vier Wohnquartieren zu den Themen Betrug, Einbruchsprävention, Gefahren im Internet, Risiken beim und nach dem Geldabheben informiert und sensibilisiert.

 

Betrügerische Anrufe: Welle reißt nicht ab

Überschriften wie diese sind immer wieder in der Zeitung zu lesen. Ermittler warnen vor betrügerischen Anrufern und berichten von neuerlichen Versuchen, bei denen mit altbekannten Tricks versucht wird, hauptsächlich Senioren um ihr Vermögen zu bringen. Wie z. B. mit dem Enkeltrick, bei dem der Anrufer die älteren Menschen davon überzeugt, ein Verwandter in Not zu sein, der dringend Geld benötigt. Dabei soll die benötigte Summe von einem Boten abgeholt werden und landet schließlich, statt bei dem angeblichen Enkel, in den Taschen der Betrüger. Auch mit Tricks wie dem vermeintlichen Lottogewinn, bei dem die Täter versuchen, hohe Vorabgebühren einzukassieren, die angeblich zur Auszahlung des Gewinns fällig sind, versuchen die Telefonbetrüger ihr Glück. Oder mit der Masche des falschen Polizisten, wo die falschen Beamten den Opfern vorgaukeln, dass ein Einbruch bevorsteht und sie daher die Wertsachen der Polizei übergeben sollen. Ein jüngerer Fall zeigt, dass dieser Trick nach wie vor funktioniert. Ein Rentner stellte Bargeld und Wertsachen im Wert von rund 200 000 Euro nach einem solchen Anruf zur Abholung durch die vermeintliche Polizei vor die Tür.

14. Mai 2019 in Ulm-Erbach:

Die Polizei informierte mit Filmen, in denen alltägliche Situationen nachgestellt werden. Mancher staunte und stellte fest: „Da hatte ich einen Schutzengel.“

Reges Interesse und viele Teilnehmer

Alle vier Veranstaltungen, die mit Unterstützung der Polizei in unseren Wohnquartieren stattfanden, waren sehr gut besucht. Dabei wurde deutlich, dass die Menschen von den Betrügereien wissen und vor allem daran interessiert sind, wie sie sich schützen und wo sie Hilfe finden können. Die Zuhörer staunten nicht schlecht, als sie von den Polizisten Details zur Dreistigkeit der Betrüger erfuhren, bei der häufig die Hilfsbereitschaft und teilweise Schutzlosigkeit der Opfer ausgenutzt werden. Die Erfahrung der Polizeibeamten zeigt, dass sich vor allem ältere Menschen im Visier der Betrüger befinden: Sie öffnen gutgläubig die Tür, erweisen sich in einer vermeintlichen Notsituation hilfsbereit, lassen Fremde die eigene Toilette benutzen oder gewähren ihnen aus anderen, banalen Gründen Einlass in ihre Wohnung. Ist der Betrüger erst so weit vorgedrungen, schließt er die Wohnungstür nicht vollständig, sodass der Komplize eintreten kann. Während das Opfer Hilfe leistet, entwendet der Komplize die Wertsachen, wie Geldbeutel, Schlüssel oder Schmuck, und verschwindet zügig und unbemerkt aus der Wohnung. Die vermeintlich Hilfe suchende Person beendet schnell das Gespräch und verlässt umgehend die Wohnung. Erst wenn beide Betrüger weg sind, bemerken die Opfer den Diebstahl.

18. Juni 2019 in Heidelberg-Pfaffengrund: Eindrucksvoll schilderten die Teilnehmer Erfahrungen und Geschichten zum Thema "Vorsicht, Falle!". Alle Fragen dazu wurden ausführlich von der Polizei beantwortet.

Information zum Schutz gegen Nepper, Schlepper und Bauernfänger

Ziel der Vorträge war es, die Teilnehmer zu sensibilisieren, um nicht leichtgläubig auf die Tricks der Betrüger hereinzufallen. Beispielsweise wiesen die Polizeibeamten darauf hin, dass bei der zuvor beschriebenen Masche des falschen Polizisten zu beachten gilt, dass die Polizei niemals Bürger anrufen würde, um deren Wertsachen in Verwahrung zu nehmen; auch nicht wenn der Anruf vermeintlich von der im Display angezeigten Nummer 110 eingeht. „Erhalten Sie einen solchen Anruf, legen Sie unbedingt auf und wählen Sie selbst die 110, um konkret nachzufragen und das Geschehene mitzuteilen“, lautete dazu der Ratschlag der Polizei. Auch Tipps wie „Lassen Sie Unbekannte nicht in Ihre Wohnung", „Benutzen Sie die Sprechanlage bzw. schauen Sie aus dem Fenster auf den Hauseingang“ oder „Lassen Sie sich einen Ausweis zeigen, wenn die Person vorgibt, von einer bestimmten Firma zu sein“ sind zwar einleuchtend, sollte man sich jedoch immer wieder bewusst machen. Auf Ihrem örtlichen Polizeirevier erhalten Sie weitere wertvolle Tipps, wie Sie sich schützen können. Sollten Sie Opfer eines Betrugsfalls geworden sein, wird Ihnen dort weitergeholfen.

Kontakt

Weitere Informationen zur FLÜWO-MOBIL-Vortragsreihe erhalten Sie bei unserer Ansprechpartnerin:

 

Karin Weinmann
Soziales/FLÜWO-Mobil
Telefon: 0711/ 9760-221
Fax: 0711/976027-221
E-Mail: weinmann@fluewo.de

Artikelbild: Betreuungs- und Patientenverfügung oder Vollmacht: vorsorglich bestimmen, wer einen später im gewünschten Sinne vertreten soll

Fotos: FLÜWO


16.08.2019

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